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Bergleute beim 13. Bayerischen Bergmannstag in Peißenberg

Für den Landesverband Bayern reisten bergmännische Vereine aus Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Auerbach, Königstein, Wackersdorf, Stulln-Schwarzenfeld, Stockheim, Bodenmais, Kropfmühl, Hausham und Penzberg zum 13. Bayerischen Bergmannstag nach Peißenberg. Musikalisch wurden die Bayern von der Bergmannskapelle Wackersdorf, der Knappschaftskapelle Bodenmais und Peiting sowie der Bergknappenkapelle Penzberg unterstützt. Über 1100 Bergleute aus acht Bundesländern und der Alpenrepublik nahmen an der Bergparade durch den Ort teil, der vor 100 Jahren zum Markt erhoben wurde. Gleichzeitig feierte der hiesige Knappenverein sein 30jähriges Bestehen und richtete den Bergmannstag bravurös aus.

„Bringst a scheens Weda mit“ hatte Rudi Hochenauer, Vorsitzender des Knappenvereins Peißenberg, bei der Landesvollversammlung im Frühjahr den bayerischen bergmännischen Vereinen bei der Einladung zum 13. Bayerischen Bergmannstag in Oberbayern zugerufen. Und es sollte sehr gut werden. Zur Bergparade lachte die Sonne vom oberbayerischen weiß-blauen Himmel und brachte die Knappen gehörig ins Schwitzen. Knapp 60 bergmännische Vereine aus allen Landesteilen und aus Österreich waren der Einladung gefolgt. Aus der Lausitz im Osten bis ins Saarland, Baden-Württemberg und sogar aus Dortmund und Bochum, dem Kohlenpott, waren Bergleute in das ehemalige Kohlerevier im Pfaffenwinkel gekommen. 

Der Auftakt der zweitägigen Feierlichkeiten war ein Festabend, zu dem auch der Bundesvorsitzende Kurt Wardenga und der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, Armin Kraus, angereist waren. Der oberste Knappenvertreter wies in seiner Rede auf die Integrationswirkung des Bergbaus hin, wo schon immer Menschen aus vielen Ländern nicht nur unter Tage gut zusammengearbeitet, sondern auch über Tage gut zusammen gelebt haben. „Die Bayerische Bergbaugeschichte ist nicht tot, sie lebt noch in verschiedenen Revieren fort. Es werden Grafit, Kaolin, Gips, Schiefer und Salz abgebaut. In Peißenberg wurde der Kohleabbau 1971 eingestellt und seit der Gründung des Knappenvereins widmet ihr euch erfolgreich der Pflege der Bergbautradition und der Weitergabe an nachfolgende Generationen“, betonte Landesvorsitzender Kraus in seinem Grußwort. Er überreichte den Peißenberger Kollegen als Gastgeschenk eine Uhr aus Schiefer. „Bergbau hat Zukunft, denn die in den bayerischen Vereinen organisierten über 7000 Knappen verwalten nicht die Vergangenheit sondern gestalten die Zukunft“, so Kraus. Den Ehrenabend beendete ein Bergmännischer Zapfenstreich mit der Knappschaftskapelle Peiting.

Ein farbenprächtiges Bild, das sich so schnell nicht wiederholen dürfte, bot sich den Peißenbergern bei einem ökumenischen Feldgottesdienst vor der Tiefstollenhalle. Höhepunkt des Bergmannstreffens, das Peißenberg nach 1999 zum zweiten Mal ausrichtete, war die Bergparade mit über 1100 Teilnehmern. Im bergmännischen Habit oder in Tracht zogen Musikkapellen und Spielmannszüge, angeführt von den gastgebenden Knappen, durch den Ort. Begeistert wurden sie von den Zuschauern mit Glück-Auf-Rufen begrüßt. Neben der Ehrentribüne verfolgte auch der langjährige ehemalige Peißenberger Vorsitzende Franz Fischer den Festzug und freute sich wieder einmal alte Kameraden und Weggefährten zu treffen. Nach dem Festzug versammelten sich die Festteilnehmer im Zelt, wo die Knappschaftskapelle Hohenpeißenberg aufspielte. 

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Bericht: HP Weiß